Kasteler Krankenhausverein baut Tagespflegeeinrichtung

Winterstr.18_13.01.17

Von Wolfgang Wenzel
Kostheim – Im zweiten Anlauf ist es dem Kasteler Krankenhausverein (KKV) endlich gelungen: Neben dem Bürgerhaus im Herzen Alt-Kostheims wird er in zwei Jahren eine Tagespflegeeinrichtung eröffnen, kombiniert mit sechs bis acht Wohnungen für Betreutes Wohnen.
Beim Neujahrsempfang am Donnerstag überraschte der Vorsitzende des gemeinnützig dem Wohl der Bürger in Amöneburg, Kastel und Kostheims verpflichteten Vereins, Eberhard Fassbender, mit dieser Nachricht. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung im ersten Quartal soll dem Bauprojekt die Legitimation geben. Die Winterstraße in Alt-Kosteim wird somit zur vierten Adresse des KKV neben der Sozialstation und dem Altenwohnen in der Kloberstraße sowie dem gerade erst eröffneten Tagestreffpunkt in der Mainzer Straße in Kastel. Nachdem Versuche, das Terrain der alten Turnhalle in der Hauptstraße von der Stadt zu erwerben, nicht zum Ziel geführt hatten, erwarb der Verein das Grundstück einer früheren Tankstelle. Dort werde Ende des zweiten oder Anfang des dritten Quartals schon etwas zu sehen sein, sagte Geschäftsführer Frank Scholz.
Die Tagespflegeeinrichtung solle eine in doppelter Weise segensreiche Arbeit leisten. Pflegende Angehörige könnten gewiss sein, dass ihr Familienmitglied in guten Händen ist, während sie selbst ihrer Berufstätigkeit nachgehen. Für die Pflegebedürftigen bedeute das Zusammensein in einer Gruppe ein Stück Teilhabe an der Gesellschaft. Starten werde der Krankenhausverein mit einer Gruppe mit etwa 18 Plätzen. Für die Betreuung würden weitere Mitarbeiter eingestellt, Einrichtungen dieser Größe benötigten rund sechs Vollzeitstellen. Die Tagespflegeeinrichtung werde von acht bis 17 Uhr geöffnet sein. Sie sei nicht zur Lösung von Ad-hoc-Problemen gedacht, sondern als Dauereinrichtung konzipiert für Menschen, die zu Hause lebten, und tagsüber Unterstützung brauchten. Mit dem Projekt runde der Krankenhausverein sein Angebot ab, es sei ein weiteres Glied in der Kette von häuslicher Hilfe über ambulante Pflege bis hin zu einer teilstationären Betreuung.

Seit August 2014 um Standort bemüht

Beim Neujahrsempfang der Ortsvorsteherin stand dem Vorsitzenden Fassbender die Freude über das neue Projekt ins Gesicht geschrieben. Verraten hatte er es nur wenigen. Seit August 2014 hatte sich der Verein um einen Standort bemüht, der zentral in Kostheim oder Kastel, aber keinesfalls an der Peripherie liegen sollte. Ende Dezember hatte er den Zuschlag für das Grundstück in der Winterstraße erhalten und sogleich einen Projektentwickler engagiert, um das Vorhaben vom Abbruch der alten Gebäude bis zur Eröffnung eines Neubaus bis 2019 zu realisieren.
„Es wird ein Bauwerk sein, dass das Ortsbild hebt“, sagte Geschäftsführer Frank Scholz. Eine fertige Konzeption habe der Verein aus der Schublade ziehen müssen, auf den Architekten wartet nun viel Arbeit. Mit den Projekten, die der Verein anstoße, wolle er die Lebensqualität in den Stadtteilen erhöhen und etwas Positives für die Bürger leisten, ganz im Sinn der Wohltätigkeit. Stadtgestalterisch werde sich der Neubau in die Umgebung mit den Wohnhäusern und dem Bürgerhaus einfügen, ohne seine Individualität aufzugeben. Er werde gut zu Alt-Kostheim passen, sagte Scholz.