Neujahrsempfang 2014 des Kasteler Krankenhaus-Verein (KKV)

Der 1. Vorsitzende des Kasteler Krankenhaus-Verein (KKV), Eberhard Faßbender, hatte im Namen des Gesamtvorstandes wieder zum mittlerweile traditionellen Neujahrsempfang der Sozialstation in AKK geladen. Faßbender begann mit der Begrüßung aller Beschäftigten sowie aller Mitglieder. Anders, als viele der Gäste es erwarteten, sagte er ein kategorisches „Nein“ zur Begrüßung der Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kirche. Denn, so betonte er, wenn er einerseits den Stadtrat, Rainer Schuster begrüßen würde, so würde doch ganz sicherlich der Stadtälteste, Manfred Kleinort mit Recht darauf warten, auch genannt zu werden. Da auch die Ortsvorsteher aller drei AKK-Orte anwesend waren, so entschuldigte er sich dafür, dass er nicht Frau Maike Soultana aus Amöneburg begrüße, denn dann würden sicherlich die beiden anderen Ortsvorsteher, Frau Christa Gabriel (Kastel) und Herr Stefan Lauer (Kostheim)  sauer sein, wenn sie nicht erwähnt würden. Auch die Verwaltungsstellenleiterin von AKK, Frau Petra Seib musste darauf verzichten genannt zu werden, da sonst auch der AKK Beauftragte aus der Landeshauptstadt Mainz, Herr Horst Maus über seine „Nicht-Begrüßung“ sicherlich befremdet gewesen wäre. So zog sich der rote Faden bei allen Gästen fort, was zur Erheiterung einerseits, aber auch zu einer gelösten Atmosphäre andererseits beitrug.

Wie gewohnt, ließ Faßbender das Jahr 2013 Revue  passieren, um wieder emotional aber dennoch sensibel Themen aus dem sozialen als auch politischen Umfeld anzusprechen. Wichtige Punkte für ihn in 2013 waren: Wir hatten 2 Päpste, wobei der deutsche Pontifex ausgerechnet am Rosenmontag zurücktrat – für ihn ein merk- und denkwürdiges Datum. Der Limburger Bischof wurde wegen seiner eidesstattlichen Falschaussage, also einer bewussten Lüge, zu 20.000 Euro verurteil. CDU-Politiker aus Rheinland-Pfalz wurden wegen Untreue zu hohen Geldstrafen verurteil. Der erste Mann im Staate, Ex-Bundespräsident Christian Wulff, wurde der Vorteilsnahme im Amt angeklagt. Aber Faßbender war es auch wichtig darauf hinzuweisen, dass der Fabrikeinsturz in Bangladesch mit über 1.00 Toten und tausenden Verletzten, für ihn ein markanter Punkt war, mit dem er die Anwesenden konfrontierte. Denn wenn wir alle weiterhin T-Shirt zum Schnäppchenpreis von 2-5 Euro ergattern wollen, wir letztendlich damit die Rahmenbedingungen der arbeitenden Menschen in Bangladesch nicht ins Positive umkehren und damit eigentlich auch alle ein Teil Mitschuld am Tode dieser Menschen tragen. Auch die Billiggeld-Schwemme riss er kurz an und hinterfragte die Vernichtung von Lebensmitteln mit Steuergeldern, anstatt sie Einrichtungen wie der „Tafel“ zur Verfügung zu stellen.

Und der Ausblick in 2014? Hier war Faßbender der 125-jährige Geburtstag des KKV eine Herzensangelegenheit. Dieses Fest zu feiern, sei ihm sehr wichtig, trage es doch dazu bei, dass die Beschäftigten in der ambulanten Pflege aber auch in den Alltagshilfen mit in den Mittelpunkt gerückt würden. Denn sie seien es schließlich, die es alten und kranken Menschen ermöglichen, weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung ein menschenwürdiges Leben fortzuführen. Auch sei ihm wichtig, dass diesen Fachkräften, die ihren Dienst oftmals auch zu sogenannten Unzeiten ausüben, Anspruch auf einen gerechten Fachlohn besitzen. Und der KKV zahle solche Fachlöhne – ohne Wenn und Aber! Seinen Dank für das Engagement und die Leistungsbereitschaft an alle Beschäftigten aus den Bereichen der ambulanten Pflege, den häuslichen Alltagshilfen sowie der Betreuung der alten- und behindertenfreundlichen Wohnungen des KKV stellte Faßbender ausdrücklich dar.

Faßbender warb wieder unermüdlich darum, dass sich doch mehr Menschen zu einer Mitgliedschaft im KKV entscheiden sollten. Er forderte die Anwesenden auf, jeweils ein neues Mitglied für den KKV zu werben. Und er brachte seine Hoffnung Ausdruck, zum 125-jährigen Jubiläum im November 2014,  weitere 125 neue Mitglieder begrüßen zu können. Eine Mitgliedschaft in einer sozialen Einrichtung zeichnet sich nach seiner Meinung nicht dadurch aus, was für Vorteile, was für Gegenleistungen das Mitglied für sich selbst erwerben kann. Eine soziale Mitverantwortung, eine Verbundenheit zur Betreuung von alten und sonstigen hilfebedürftigen Menschen sollte einer Mitgliedschaft zugrunde liegen. Wichtige Informationen zu allen Leistungen aber auch zur Mitgliedschaft des KKV sind eingestellt auf der Internetseite unter  www.kkv-pflege.de

Aufgrund der größeren Nachfrage zu Einsatzstellen im Bereich der Alltagshilfen hat Faßbender die Hoffnung gegenüber der LH Wiesbaden zum Ausdruck gebracht, nämlich , dass sie im Bereich der häuslichen Alltagshilfen, für alte, kranke und auch für behinderten Menschen zusätzliche neue Stellen mitfinanziert um dadurch die Hilfsangebote in AKK durch den KKV auch zukünftig sicherzustellen.

Faßbender wünschte am Ende seiner Ansprache allen Anwesenden Glück. Glück sei ein Gut, was man sich  – für kein Geld der Welt – kaufen kann.  Er forderte alle Anwesenden auf, anderen Menschen von ihrem Glück in und aus ihrem Leben zu erzählen, weil solch eine Glückbegegnung jeden einzelnen trägt und glücklich macht.  Und – wie in all den vergangenen Jahren – wünschte er allen Gästen ein „Prosit Neujahr – alles Gute“.

Im Anschluss an die Neujahrsrede richteten Stadtrat Schuster, Christa Gabriel stellvertretend für alle Ortsvorsteher/innen von AKK sowie Herr Horst Maus, Grußworte an alle im KKV und an die anwesenden Gäste. Mit einem gemütlichen Beisammensein mit vielen interessanten Gesprächen, klang der Neujahrsempfang 2014 im KKV aus.