Schwerpunktthema “Demenz” – 2012/09

Am Donnerstag, den 6. September 2012, fand in den Räumen des Kasteler Krankenhaus-Verein (KKV) der 3. Informationsabend innerhalb der Themenreihe „Demenz“ statt. Frau Angelika Wust, Dipl. Sozialpädagogin, referierte zum Thema: „Beziehungspflege  / Pflegebeziehung – wer pflegt, muß sich selbst pflegen“ Eine kleine Schaar von Interessierten war gekommen, um sich zu diesem doch sehr schwierigen und problematischen Thema weitere Informationen einzuholen. Frau Wust stelle gleichzeitig auch das neue Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PEG) vor, dass im Juni 2012 durch die Bundesregierung beschlossen wurde. Dieses Gesetz soll die pflegerische Versorgung weiterentwickeln. Die Leistungen der Pflegeversicherung werden bedarfsgerechter auf die besonderen Bedürfnisse demenziell erkrankter Menschen ausgerichtet. Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz hat zudem das Ziel, dass pflegebedürftige Menschen mehr Chancen für ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben bekommen um soweit wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Ab 2013 soll es in der ambulanten Versorgung höhere Leistungen für Demenzkranke geben. In der Stufe 0 erhalten Demenzkranke neben den heute schon beziehbaren 100 bzw. 200 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen erstmals Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. In den Pflegestufen 1 und 2 wird der bisherige Betrag aufgestockt. Menschen ohne Pflegestufe (Pflegestufe 0) erhalten monatlich ein Pflegegeld von 120 Euro oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 Euro. Pflegebedürftige in Pflegestufe I erhalten ein um 70 Euro höheres Pflegegeld von 305 Euro oder um 215 Euro höhere Pflegesachleistungen bis zu 665 Euro. Pflegebedürftige in Pflegestufe II erhalten ein um 85 Euro höheres Pflegegeld von 525 Euro oder um 150 Euro höhere Pflegesachleistungen von bis zu 1.250 Euro.

 

Eine für viele Anwesenden wichtige Information und vielen unbekannt war, dass es im Bereich der Tagespflege – hier nicht zu verwechseln mit der Kurzzeitpflege – sowie der Verhinderungspflege viele, auch finanzielle Möglichkeiten gibt, dass Pflegeangehörige sich Freiräume, also freie Stunden oder auch einzelne Tage, verschaffen können und ihre zu pflegenden Angehörigen zum Beispiel von einer Sozialstation, wie die des KKV, pflegen bzw. betreuen zu lassen. Eine weitere wichtige Information war, dass pflegende Angehörige für sich selbst eine REHA-Maßnahme beantragen können um anschließend wieder fit für die Pflege ihrer Angehörigen zu sein. Nicht unerwähnt blieb auch der Hinweis, dass pflegende Angehörige bei einer mind. 14 Stunden Pflege je Woche, eigene zusätzliche Rentenversicherungszeiten gutgeschrieben bekommen.

Der KKV bietet Interessierten die Möglichkeit an, in einer kostenlosen „Erstberatung“ sich weitere Informationen zu beschaffen. Ansprechpartner hierbei ist die jeweilige Leitung der Alltagshilfen aber auch die Pflegedienstleitung /Telefon Nr.: 06134-29869-0.

 

Die entsprechende Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit mit sehr vielen Detailangaben zu diesem Gesetz aber auch weitere Grundinformationen zum Gesetz selbst können auf der Internetseite des Ministeriums unter:  http://www.bmg.bund.de/pflege/das-pflege-neuausrichtungs-gesetz.html  abgerufen werden.