125 Jahre Kasteler Krankenhaus-Verein

125 Jahre soziale Verantwortung  –  

Am Freitag, den 07.11.2014 um 10:00 Uhr trafen sich – vor Beginn der offiziellen Feierlichkeiten am Samstag – Vorstandsmitglieder sowie alle Leitungskräfte des KKV auf dem Friedhof in Mainz-Kastel, um am Ehrengrab von Dr. Matthias Klober allen Gründungsmitgliedern, aber auch allen bisherigen verstorbenen Vorstandsmitgliedern zu gedenken. Zum Anlass passend läutete die Friedhofsglocke und ein Trompetensolo von Gregor Braun zeigte den Beginn des Gedenkens an. Der langjährige Vorsitzende und Ehrenmitglied, Manfred Kleinort, zog einen kurzen geschichtlichen Rückblick. Dabei wurde insbesondere die Tätigkeiten des “Kasteler Armenarztes” Dr. Matthias Klober gewürdigt. Ohne ihn, so Manfred Kleinort, wären seinerzeit viele Kasteler Bürger, die keine finanziellen Mittel zu einer Behandlung in einem Mainzer Krankenhaus hatten, unversorgt geblieben. Ihm zu Ehren wurde auch eine Straße, die  “Kloberstraße” in Mainz-Kastel benannt. Manfred Kleinort brachte aber auch den verstorbenen Kurt Hebach in Erinnerung, der maßgeblich an der Wiederaktivierung des KKV in den 60er Jahren mitgewirkt hatte.

Im Rahmen einer akademischen Feier am Samstag, den 08.11.2014, würdigte Wiesbadens Bürgermeister und Sozialdezernent, Arno Goßmann (SPD) in Anwesenheit von Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nickel das Engagement des Vereins, dessen Dienst an der Allgemeinheit nicht hoch genug bewertet werden könne. Der KKV sei für alle ein „ganz elementarer Baustein“ für die Wahrnehmung der verschiedenen Versorgungsaspekte der Bürgerschaft in Amöneburg, Kastel und Kostheim, so der Sozialdezernent. Das Jubiläum dürfe aber nicht zum Selbstzweck führen, sondern müsse von der Lebendigkeit getragen werden, dass „die Dinge voranschreiten.“ Aufgrund veränderter Lebenssituationen sei die Armut im Alter ein nachhaltiges Problem. Immer mehr Menschen wünschen sich eine familiäre Pflege im häuslichen Umfeld. Träger wie der KKV schüfen in unserer Gesellschaft ein „wärmeres und menschlicheres Klima“. Eine Aufgabe, der sich die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer in vorbildlicher Weise zu widmen wüssten. Arno Goßmann würdigte das Engagement aller im KKV Tätigen mit der Überreichung der Stadtplakette in Gold an den KKV-Vorsitzenden Eberhard Faßbender.

In seiner Rede spannte Faßbender einen breit gefächerten historischen Bogen von den Gründer des Vereins, Dr. Karl Wallenstein sowie Dr. Matthias Klober, der sich als „Armenarzt“ im sozialen Bereich engagiert, hin zu dem Heimatforscher, Kurt Hebach, der in den 1960er Jahren maßgeblich an der Wiederaktivierung des KKV mitgewirkt hatte bis zur Neuzeit. Hebach hat dazu beigetragen, dass die ambulante Pflege in AKK starten konnte.  In den 90er Jahren erweiterte der KKV seine soziale Palette um die Alltagshilfe, die seitdem durch die Landeshauptstadt bezuschusst wird. Vor dem Hintergrund der Hilfebedürftigkeit appellierte Faßbender an Goßmann, sich für eine Aufstockung des Zuschusses für Personal im sozialen Bereich weiterhin nachhaltig einzusetzen. Der KKV kann derzeit auf das engagierte Mitwirken seiner Fachkräfte bauen, die im Durchschnitt täglich 140 Menschen betreuen.

Der Trägerverein sei im AKK-Bereich als Brückenkopf zwischen Wiesbaden und Mainz eingebettet. „Ich hätte heute gerne sowohl OB Sven Gerich als auch Michael Ebling begrüßt“, machte Faßbender deutlich. Beide waren durch anderweitige Termine leider verhindert. Das Jubiläum würdigte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, dessen Grußbotschaft der KKV-Geschäftsführer Frank Scholz verlas. Zu den Gratulanten gehörte auch Kastels Ortsvorsteherin Christa Gabriel, die im Namen ihrer Kollegen aus Amöneburg und Kostheim Glückwünsche überbrachte. Der Kasteler Vereinsringsvorsitzende Josef Kübler, überbrachte für die beiden Vereinsringe Kastel und Kostheim sowie für die Interessengemeinschaft Amöneburger Vereine, Glückwünsche. Auch eine überraschend große Anzahl an Vereinsvertretern aus AKK, Vertreter der Kirchengemeinden aber auch örtliche Politiker waren zu dieser Feier gekommen. Eingerahmt wurde die akademische Feier mit einer musikalischen Darbietung der „Ton-Artisten“, der Kasteler Musikanten, die unter der Leitung von Sabine Wiesmann stehen.

Eine soziale Einrichtung muss ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Menschen sollen sich beim KKV wieder finden. Denn ein gemeinnütziger Verein lebt auch von und durch seine Mitglieder. Faßbender nutze entsprechend diesen Tag, um Menschen zu einer Mitgliedschaft im KKV zu bewegen. Sein Ziel, in diesem Jubiläumsjahr 125 neue Mitglieder zu werben, ist er ein kleines Stück näher gerückt.

Dass der Kasteler Krankenhaus-Verein im Netzwerk anderer im Dienste der Nächstenliebe engagierten Institutionen fest verankert ist, hoben die Kooperationspartner an ihren Informationsständen hervor: Dazu gehören der VdK, die vier großen Rettungsdienstorganisationen, die “Beratungsstelle für selbstständiges Leben im Alter“ der LH Wiesbaden, die Alzheimer-Gesellschaft sowie das Hospiz-Verein Mainspitze, mit dem der KKV seit einigen Jahren eng kooperiert. Am Nachmittag konnten sich Interessierte – bei Kaffee und Kuchen – an allen Ständen über die vielfältigen Hilfsangebote informieren. Alle Hausnotrufgeräte der vier großen Rettungsdienstorganisationen konnten so buchstäblich angefasst und ausprobiert werden. „AleX“, ein Simulationsanzug des Projekts „AlterslebenseXperiment“, präsentiert durch eine Studentin der FH Fresenius, Idstein, ermöglichte Erkenntnisse eines schwerfälligen und unselbstständigen Menschen im Alter.

Der Vorstand dankte allen, die geholfen haben, dieses Fest vorzubereiten und durchzuführen. Er dankt allen Mitgliedern für Ihre Treue zum Verein. Und er dankt allen Gästen, die zu diesem besonderen Tag gekommen waren.

(Hinweis: Pressebericht in Teilen von Norbert Flur und Eberhard Faßbender)