Neujahrsempfang 2010 des KKV

Der Kasteler Krankenhaus-Verein (KKV) hatte am Donnerstag, den 21. Januar 2010, zu seinem traditionellen Neujahrsempfang geladen. Über 70 Gäste, Mitglieder und Beschäftigte konnte der 1. Vorsitzende, Eberhard Faßbender, in den Räumlichkeiten in der Kloberstraße 2 des KKV begrüßen. Wegen einer kurzfristig durch die Stadt Wiesbaden angesetzten Sitzung zum Thema Landschaftsschutz in Wiesbaden und AKK, konnten viele politischen Gäste, so die Ortsvorsteherin von Kastel, Margot Schäfer, am Neujahrsempfang nicht teilnehmen. Anwesend waren der Stadtverordnete Rainer Schuster, stellvertretend für die Vereinsringe Kastel und Kostheim, Josef Rosendorn, für den AKK-Gewerbeverein, Gert Kleinmann, sowie vom 2. Polizeirevier Herr Graffert. Um nicht alle Gäste namentlich begrüßen zu wollen, begrüßte er stellvertretend für alle Anwesenden die Verwaltungsstellenleiterin von AKK, Petra Seib. Dass auch viele politische Parteien anwesend waren, wurde als positives Zeichen des Interesses an der sozialen Arbeit des KKV empfunden. Bedauerlich ist allerdings immer noch, dass keine Vertreter der in AKK ansässigen Kirchen einen Vertreter zu diesem Empfang entsandt hatten.

Faßbender zog eine kurze Bilanz und ließ dabei das Jahr 2009 kurz Revue passieren. Ihn erschütterte die Gewaltentwicklung in unserem Lande: so den Amokläufe von Winnenden, die tödlichen Schläge Jugendlicher auf einer S-Bahnstation in der Nähe von München.

Die neue Jahreszahl „zwanzigzehn“ (2010),  bestehend aus zwei Zahle:  – einerseits die Zahl „zwanzig“ – es wurde an das Ende des DDR-Regimes gedacht, den Fall der Mauer, den berühmten Spruch von Gorbatschow: “wer zu spät kommt…“, dass Ungarn, Polen, die Tschechoslowakei und Rumänien Republiken wurden, dass der vor Alaska auf Grund gelaufene Großtanker “Exxon Valdez” mit 44.000 Tonnen ausgelaufenem Öl 1.100 km Küstenlandschaft verseuchte. Andererseits die Zahl „zehn“ – Oskar Lafontaine tritt von allen seinen Ämtern ab,  an die CDU-Spendenaffäre des früheren Bundeskanzler Helmut Kohl, der Literaturnobelpreis geht an Günter Grass und der Friedensnobelpreis erhalten die „Ärzte ohne Grenzen“. Alles Geschehene – gerade gewesen und doch schon wieder so weit weg oder gar aktuell?

Was Faßbender persönlich sehr erfreute war, dass der KKV sich im vergangenen Jahr an der Aktion „Stolpersteine“ in Kastel beteiligte und die Patenschaft für einen Stolperstein übernommen hat. „Uns allen sollten – nein müssten solche Stolperstellen wichtig und notwendig sein, damit wir immer wieder über das vergangene Geschehene nachdenken – nicht erst  „nachher zu denken“, sondern nachdenken, sofort, jetzt, heute, hier“ – rief er allen Anwesenden zu. „Das, was unter der Herrschaft der Nazis geschehen ist, nämlich dass Volksgruppen – nicht rassige Menschen ausgerottet werden sollten, darf nie wieder – weder in Deutschland noch in der weiten Welt geschehen. Dafür sollen und müssen wir Deutsche unsere Stimme immer erheben, „sei es gelegen oder ungelegen“. „Nachdenken“ sollte der nachfolgenden Generation mit auf den Weg gegeben werden. Von alleine können sie dies nicht erfahren noch leben. Faßbender rief auf,  „Stolpervorbild“ zu sein.

Neben dem Dank für das Engagement und die Leistungsbereitschaft aller Beschäftigten des KKV; er freue sich jedoch im Besonderen darüber, dass sich auch immer wieder Menschen meldeten, die ein ehrenamtliches Engagement suchten. Besonders Stolz ist Faßbender allerdings, das der KKV nun fast alle Voraussetzungen geschaffen habe, in der ambulanten Pflege einen Ausbildungsplatz schaffen zu können. Die letzten Details werden in den nächsten Wochen noch geklärt. Und dann hoffen alle, dass bald ein/eine ausbildungswillige Person im KKV begrüßt werden kann.

Faßbender warb wieder darum, dass sich mehr Menschen zu einer Mitgliedschaft im KKV entscheiden würden. Auch Spenden, ganz egal in welcher Höhe, werden dankbar dem Gesamtbudget zugeführt und entsprechend den Satzungszielen gemeinnützig verwendet. Ein herzlicher Dank galt allen Spender und ein herzliches Willkommen allen neuen Mitglieder.

Im Anschluss an den Neujahrsempfang richteten Stadtrat Rainer Schuster und der Vereinsringvorsitzende, Josef Rosendorn, ein Grußwort an die Anwesenden. Mit einem gemütlichen Beisammensein mit vielen interessanten Gesprächen, klang der Abend im KKV aus.