Betreuung bei Demenz

Kasteler Krankenhaus-Verein bietet zusätzliche Betreuungsleistung für an Demenz erkrankten Menschen

Die Eheleute Emma (77) und Manfred Keller* (78)(* Namen geändert) feiern in den nächsten Tagen ihre goldeneHochzeit. Damit können sie auf fünfzig gemeinsame und glückliche Jahre zurückblicken. Mit Eintritt in den Ruhestand erfüllte sich das Ehepaar seinen lang gehegten Wunsch nacheinem Wohnmobil. Sie reisten durch Europa und die Türkei. Zurück in der gemütlichen Wohnungpflegten sie regen Kontakt zu ihrer Familie und Freunden.

Manfred Keller, ein begeisterter Mundharmonikaspieler und Emma Keller, eine gute Sängerin,machten so manches Treffen mit Musik aus ihrer Heimat zur fröhlichen Runde. Doch essollte nicht so unbeschwert weitergehen: Vor genau drei Jahren traten schleichend die erstenAnzeichen für eine Demenz auf.

Es begann damit, dass Emma Keller im Haus der Tochter den Weg zur Toilette nicht mehrfand, auch in der eigenen Wohnung verwechselte sie die Türen zu Küche und Schlafzimmermit der Badezimmertür, dem voraus ging das Verlegen von Schlüsseln, Geldbörse, Brille undvielem mehr. Das Bedienen der Waschmaschine überlies Emma Keller fortan lieber ihremMann. Einschränkungen und Zeichen für ihre Hilflosigkeit, die zuerst hin und wieder auftraten,aber nach einiger Zeit gänzlich den Alltag des Ehepaares beherrschten. Dazu kam ihreständige Unruhe und Orientierungslosigkeit, die den Ehemann Manfred oftmals an die Grenzeseiner Geduld, Kraft und Liebe bringen sollten.

Seit Juli 2008 kann Manfred Keller wieder aufatmen: Zwei Nachmittage in der Woche gehörenihm ganz alleine: Während eine professionelle Mitarbeiterin des örtlichen Haushilfsdienstesmit Ehefrau Emma spazieren geht, alte Fotoalben anschaut, malt und sie durch weiterevertraute Beschäftigungen aktiviert. Neben der Hilfe im Haushalt, die am Vormittag für einesaubere Wohnung und Wäsche sorgt und schon seit drei Jahren über das Pflegegeld derPflegestufe II finanziert wird, werden ihm diese freien Nachmittage zur Erholung durch diezusätzlichen Betreuungsleistungen des Pflegeversicherung ermöglicht.

Anspruch auf diese Leistung haben alle Personen bei denen der Medizinische Dienst derKrankenversicherung einen erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung undBetreuung festgestellt hat.

Die Alltagshilfen des Kasteler Krankenhaus-Vereins bieten in Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim seit vielen Jahren älteren, chronisch erkrankten und behindertenMenschen vielseitige Unterstützung in den eigenen Vier-Wänden an. Ziel ist es, jedem Hilfesuchenden älteren Menschen – trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung – den Verbleib inseiner heimischen Umgebung zu ermöglichen. Selbständigkeit und Lebensqualität in dereigenen Wohnung zu bewahren, das ist der Anspruch der Alltagshilfen des Kasteler Krankenhaus-Vereins. Um seine Ziele weiter ausbauen zu können, sucht der KKV engagierteFrauen und Männer, die Freude am Umgang mit Menschen haben, insbesondere aber mitan Demenz erkrankten Menschen umgehen können. Wir bieten für diese Aufgabe Schulungen,Begleitung durch die Einsatzleitung, regelmäßige Treffen zum Austausch und eine Aufwandsentschädigung.Für ein Informationsgespräch steht ihnen Frau Schmitt-Maschmann unter Telefon: 06134-29 869-14 oder auch persönlich in der Geschäftsstelle des KKV, Kloberstraße2, 55252 Mainz-Kastel täglich von 9:00-12:00 Uhr zur Verfügung.

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