Ehrung Ehrenmitglieder

Ehrenmitglieder – Ehrungen

Der Vorstand des Kasteler Krankenhaus-Vereins, KKV, hatte nach beschlossener Satzungsänderung bei der letzten Mitgliederversammlung in 2007, am Dienstag, den 08.04.2008 zu einer akademischen Feier zur Ernennung von Ehrenmitgliedern im KKV in den Gemeindesaal der ev. Stephanusgemeinde in Mainz-Kostheim eingeladen. Viele Mitglieder aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie ein Zivildienstleistender waren der Einladung gefolgt. Der 1. Vorsitzende, Eberhard Faßbender nutzte die Möglichkeit, um erstmals in der Vereinsgeschichte fünf verdiente ehemalige Vorstandsmitglieder zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Die feierliche Veranstaltung wurde vom Bläserquintett des Musikvereins Concordia, Mainz-Kostheim umrahmt.

Eberhard Faßbender leitete seine Rede mit der Bedeutung des „Sozialen Engagements“ ein. Engagement in einer sozialen Einrichtung, ganz gleich, ob es sich dabei um eine stationäre Einrichtung oder wie beim KKV, um eine ambulante Pflegestation mit angeschlossenen Alltagshilfen handelt,  braucht vitale, kreative und engagierte Menschen, die soziale Werte eigeninitiativ, nachhaltig und mit bürgerschaftlichem Engagement sichtbar machen. Soziales Engagement fällt nun mal nicht vom Himmel, was viele in den zurückliegenden Jahren hinreichend erlebt haben. Der ursprünglich 1889 gegründete Verein hatte stets seine Ziele der jeweils augenblicklichen Lage angepasst. War noch ganz zu Beginn ein Krankenhaus für die Menschen in Kastel in der Planung, wandelten sich diese nach dem 2. Weltkrieg. Jeder, der darüber nachdenkt, kann erahnen welcher Einsatz und welche Opfer zu bringen dies damals bedeutete, musste doch „nebenbei“ noch das ganze Land wieder aufgebaut werden. Aber unermüdlich verfolgten die Gründungsväter – um Manfred Kleinort – ihr Ziel, Not leidenden Menschen in ihrer Umgebung zu helfen. Der KKV ist heute aus Kastel, Kostheim und Amöneburg nicht mehr wegzudenken. Rund 50 Mitarbeiter/innen, die fest angestellt sind, sowie zusätzlich ehrenamtliche Tätige, erbringen tagtäglich ihre Hilfsleistungen am und für den Menschen.

Faßbender ließ es sich nicht nehmen, zu jedem Ehrenmitglied etwas aus der Vergangenheit zu erzählen. Das letzte noch lebende „Wieder-Gründungsmitglied“ aus dem Jahre 1968, Manfred Kleinort, eröffnete den Reigen. Er und seine damaligen Mitstreiter erkannten sicherlich schon in Vorahnung die Zeichen der heutigen Zeit. Vielleicht war der berühmt gewordene Satz von Martin Luther King – vor dem Lincoln Memorial in Washington im August 1963 – ihnen in Erinnerung, der sagte: „I have a dream“  –  „Ich habe einen Traum“. Vielleicht war ja gerade dieser Satz der Auslöser, den KKV wiederzuaktivieren? Den Gründungsmitgliedern muss bewusst gewesen sein, dass die ambulante Pflege in der Zukunft immer bedeutender und wichtiger werden sollte. Alles begann damals mit einer einzigen Gemeindeschwester, Sr. Altrudis, aus dem Orden der „Göttlichen Vorsehung“ aus Mainz. Schnell wurde klar, dass ein erheblicher Mehrbedarf an Pflegeleistungen in der Bevölkerung bestand und der KKV mit seinen Aufgaben wachsen musste.

Später bestand dringender Bedarf an angemessenem Wohnraum für alte und behinderte Menschen. Im April 1994 entstanden Pläne, einen Neubau zu errichten. Dies uneigennützig  initiiert von vielen selbstlosen hilfsbereiten Mitbürgern, denen es auch wichtig war, alte, kranke oder behinderte Menschen nicht an den Ortsrand zu drängen, sondern sie sollten mitten im Geschehen des Ortes wohnen und leben können. Natürlich bedeutete dieses Engagement für jeden Einzelnen zahlreiche Entbehrungen, aber wie Faßbender auch feststellte, ist jeder Einsatz auch immer ein persönlicher Gewinn. Jeder Geber, so Faßbender, wird letztendlich auch zum Beschenkten. Ohne, dass man dies einfordern oder eine “Gegenleistung” erwarten sollte, befriedigt jeder Dienst am Nächsten auch eigene Bedürfnisse und wertet das eigene Selbstwertgefühl auf.  Im Januar 1996 konnten die zehn alten- und behindertenfreundlichen Wohnungen in der Kloberstr. 4 bezogen werden. Also ganz nach dem Motto: Gedacht – getan!

Bis ins Jahr 2003, also über 35 lange Jahre gestaltete Manfred Kleinort die Geschicke des KKV als 1. Vorsitzender maßgeblich mit. Manfred Kleinort legte immer großen Wert auf ein gutes Wort zur rechten Zeit; dass wissen langjährige Mitarbeiterinnen auch heute noch zu berichten. Dann musste er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. Noch heute informiert er sich über das, was im KKV passiert und freut sich über jede Kontaktmöglichkeit mit Vorstand und Mitarbeitern. Gerne nahm er die Ehrenmitgliedschaft entgegen.

Evi Hebach, die Schwiegertochter des ebenfalls Wieder-Gründungsmitgliedes, Kurt Hebach, langjährige Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied (1994-2000) wurde ebenso mit herzlichen Worten des heutigen Vorsitzenden Faßbender geehrt und erhielt die Ehrenmitgliedsurkunde. Manche Schwestern aus der Pflege erinnern sich, dass Frau Hebach immer die gute Seele des Vereins war.

Heinz Herrmann, der ab 1970 Mitglied und von 1972 bis 1996 im Vorstand mit gearbeitet hat, hat seine ganzen Kräfte, so wie sein nimmermüdes Engagement für den KKV zur Verfügung gestellt. Er war vor allem während der Bauphase durch seine fachliche Beratung ein wichtiger Stützpfeiler im Vorstand. Auch ihm wurde die Ehrenurkunde mit der Dokumentation der Ehrenmitgliedschaft überreicht.

Den Gründervätern war es immer wichtig, Ärzte als  Mitglieder in ihren Reihen zu wissen, die fachlich fundierte Auskünfte geben konnten. So war ein jeder damals froh, dass sich 1970 Dr. Hans Schönmehl für die Mitarbeit im KKV entschieden hatte. Auch er wurde 1972 in den Vorstand gewählt, in dem er bis 1994 die Pflegekräfte mit Rat und Tat unterstützte. Natürlich war es auch für ihn interessant mitzuerleben, welch wichtiger Bestandteil die Pflege in der allgemeinen Patientenversorgung darstellt und wie sie sich weiterentwickelt.

Als fünftes neu ernanntes Ehrenmitglied ist auch Wolfgang Steinbach zu erwähnen, der leider nicht anwesend sein konnte. Er hat ebenfalls viele Jahre (1996-2006) die Vorstandsarbeit des KKV bereichert; auch durch seine berufliche Qualifikation als Apotheker profitierte der Verein maßgeblich.

Den Geehrten wurde neben dem Dank des ganzen Vereins eine Ehrenurkunde, sowie ein guter Wein aus Kostheimer Lagen überreicht. Ein Blumenstrauß, als kleine Aufmerksamkeit aber auch als Dank, erhielten die Ehefrauen, da diese in den rückliegenden Jahren doch sehr oft auf ihre Männer, die sich im KKV engagierten, verzichten mussten. Frau Margot Schäfer, als Mitglied des KKV und gleichzeitig Ortsvorsteherin aus Mainz-Kastel ließ es sich nicht nehmen, aus persönlichen Gründen mit einer Flasche Sekt den frisch ernannten Ehrenmitgliedern Ihren Dank auszusprechen.

Manfred Kleinort ergriff dann das Wort, um seinerseits aber auch im Namen aller Ehrenmitglieder für die Ehrung zu danken. Er vermittelte den geladenen Gästen einen kleinen Eindruck, wie alles begann – vor 40 Jahren. Mit großen Emotionen beschrieb er die Phase des Wiederauflebens des KKV in den 60er Jahren, erinnerte sich mit großer Zuneigung an die zusammenschweißende gemeinsame Arbeit mit den Herren: Stange, Hebach, Reitz, Magel, Birle und Karich, die leider inzwischen alle schon verstorben sind. Schließlich, überwältigt von den eigenen Gefühlen, konnte er ein paar Tränen nicht verhindern und der ganze Saal durchlebte seine rührenden Ausführungen mit. Alle waren beeindruckt von der Kraft, die damals aufgebracht wurde, zum Wohle der Menschen in AKK und die heute noch zu spüren ist.

Natürlich wurde mit anerkennenden Beifallsbekundungen an diesem Abend nicht gespart. Es ist einfach beeindruckend, wie viel Kraft manche Menschen aufbringen, um zu helfen, um den stets von Faßbender erwähnten Traum von Martin-Luther-King Wirklichkeit werden zu lassen, dass es allen Menschen auf der Welt gut gehen möge; „I have a dream“  –  „Ich habe einen Traum“.

Den Dank für ein wunderbar gezaubertes Buffet an die Mitarbeiterinnen der Alltagshilfen, als nicht wegzudenkenden Teil einer Gemeinschaft im KKV, sprach Faßbender aus. Er sei froh und glücklich, solch eine gelebte Gemeinschaft miterleben zu dürfen. Faßbender schloss seine Laudatio mit den Worten, die er in der 4mal jährlich erscheinenden Mitgliederinformationsschrift immer verwendet: „Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit – und bleiben Sie uns verbunden“.

 

 

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