Stolpersteine – Mahnmale in Mainz-Kastel

Stolpersteine in Mainz-Kastel

Die Stolpersteine geben Menschen, die in Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihren Namen zurück. Und – sie schaffen einen Ort des Erinnerns.

Es sind die Füße, die stolpern. Es sind die Augen, die hängenbleiben an dem zu ebener Erde eingelassenen Stein. Eine glänzende Messingplatte am Boden zwingt den Vorübergehenden zum Stehenbleiben. Und wer erst die Inschrift gelesen hat, den erfasst ein inneres Stolpern. Denn – der Stein erinnert an einen Menschen, der von den Nazis deportiert, vertrieben, verfolgt, getötet oder in den Freitod getrieben wurde.

Die Aktion Stolperstein entwickelte sich bis heute zum größten dezentralen Mahnmal der Welt. In Deutschland wurden bisher ca. 38.000 Steine in 700 Städte und Gemeinden verlegt. Nahezu täglich kommen neue hinzu.

Die Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert. Die Inschrift ist festgelegt und beginnt in der Regel mit den Worten: „Hier wohnte…“. Sie geben Auskunft über Geburts- und Todesjahr, oftmals auch über die Art und – soweit bekannt – Umstand des Todes. Jeder Stein hat ein Maß von 96×96 Millimeter. Jeder Buchstabe wird von Hand in den Stein gemeißelt – alles andere wäre für  den Künstler Fabrikarbeit und würde dem Ansehen der Menschen schaden, denen der Stein gewidmet ist.

Das Konzept für die Stolpersteine stammt vom Künstler Gunter Demning. Er sagt:

„Jeder, der an den Stolpersteinen stehen bleibt, um ihre Inschrift zu lesen, muss sich vor den Opfern verbeugen“.

Der Kasteler Krankenhaus-Verein (KKV) hat eine Patenschaft für solch einen Stolperstein in Mainz-Kastel übernommen. Er erinnert an Frau Itta Laub  und ist in der Eleonorenstraße vor dem Haus Nr. 16  in den Boden eingelassen.

Mag der Moment des Erinnerns auch nur ein paar Minuten lang dauern, der oder die, die dem betreffenden Menschen gedenken, ist ungezählt.